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Dr. med. Anna Rüdeberg, Die chronische Lungeninfektion mit Pseudomonas aeruginosa Viren bleibt die wichtigste Ursache der Lungenerkrankung bei Patienten mit zystischer Fibrose. Diese Infektion führt zu einer Verstärkung der Lungenerkrankung, verbunden mit einer Verschlechterung der Lungenfunktion. Während der letzten 10 Jahre haben frühzeitiges und intensives Eingreifen mit Antibiotika – oral, intravenös und/oder durch Inhalation verabreicht – die Lungenfunktion verbessert, lokale Lungenentzündungen reduziert und manchmal sogar, wenigstens für eine gewisse Zeit, die Pseudomonas aeruginosa Bakterien in den Lungen von CF-Patienten zerstört. Trotz des eindeutigen therapeutischen Erfolges und trotz der wichtigen Veränderungen in der präventiven Hygiene und neuer Richtlinien, die dazu ausgelegt sind, Verunreinigungen in CF-Zentren zu vermeiden, herrscht in CF Camps und Meetings unter Patienten mit und ohne Pseudomonas aeruginosa Infektion reges Interesse an der Entwicklung von Impfstoffen für die Vermeidung von Infektionen der Lungenentzündungen durch P. aeruginosa Bakterien. Um für eine gute Immunabwehr zu sorgen, wie diese bei anderen Impfstoffen gegen Bakterieninfektionen wie Diphterie und Tetanus gegeben ist, wurden einige Teile des Pseudomonas aeruginosa Zellkörpers als potenzielle Kandidaten für die Herstellung eines effizienten Impfstoffes festgelegt. Die Elemente der äußeren Membranproteine, OMP, die sogenannten pili (Haare), der Eiweißanteil im Bewegungsapparat, die Flagelle und dann noch die Translokationsproteine, die mit der unbekannten Aktivität des P. aeruginosa Virus in Beziehung stehen, sind von besonderem Interesse. Alle oben genannten Proteine, die in einem Antikörper produzierenden Impfstoff hochgradig wirksam sind, sind immer noch Teile vorangehender Studien. Ein weiterer Ansatz für einen möglichen
Impfstoff ist ein Element der Oberfläche des P. aeruginosa
Virus, das Lipo-Poly-Saccharid, LPS (Lipo = Fett, Poly = mehrfach,
Nach 10 Jahren mit Folgestudien konnte das Team erfolgreich die vollständige Sicherheit für die langfristige Einnahme und auch einen echten Effekt des Impfstoffes zur Vermeidung und/oder Verzögerung einer chronischen Infektion mit Pseudomonas aeruginosa bei einer Gruppe von 25 CF-Patienten aufzeigen, verglichen mit CF-Patienten des gleichen Alters, Geschlechts und genetischer Veränderungen, die keinen Impfstoff erhalten haben (Abb. 2). Im Jahr 2001 wurde ein mulitzentrischer, doppelblinder und Placebo-gelenkter Klinikversuch (sogenannte Phase III) begonnen. Dieser Versuch läuft noch und wir erwarten die endgültigen Ergebnisse in etwa 2 Jahren. Als erster Impfstoff gegen Lungenentzündungen durch den P. aeruginosa Virus weltweit könnte diese Entwicklung einen großen Fortschritt in der Anti-Infektionstherapie bedeuten. Leider bedeutet das nicht, dass wir als Folge des Gebrauchs dieses Impfstoffes definitiv frei sein werden von dieser widerstandsfähigen und zerstörenden Bakterieninfektion. Im besten Fall könnte die Strategie der klassischen CF-Lungentherapie ersetzt werden. Diese stellt sich durch Inhalation von Bronchuserweiterern dar, gefolgt von der physikalischen Therapie des Bruskorbs und einem Abhusten des Schleims (2 – 3 täglich) und ist, falls nötig, verbunden mit Inhalationen von DNASE und/oder Antibiotika (Tobramycin-Präparat). Ohne diese Grundvoraussetzungen kann der Ansatz des Impfstoffes allein nicht die bestmöglichen Ergebnisse für die Einzelnen mit CF erreichen. Es bleiben aber immer noch Fragen offen bezüglich der Anwendung
des Impfstoffes bei CF-Patienten ohne P. aeruginosa Virus Infektion
und der Wahl des richtigen Zeitpunkts für Wiederholungsimpfungen.
Diese werden nicht vor Ende des multizentrischen Versuchs, über
den hoffentlich 2006 berichtet wird, beigelegt werden können.
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