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 Janice Abbott, PhD
• Professor of Health Psychology
• Faculty of Health
• University of Central Lancashire
• Preston, UK

 Anna Hart, C Stat
• Principal Medical Statistician
• Faculty of Health
• University of Central Lancashire
• Preston, UK
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October 20, 2008
Messen der Lebensqualität mit CF in klinischen Studien: Ein weiteres Puzzlestück

Dieser Artikel basiert auf einer Publikation, deren Gegenstand die
Arbeit von Forschern ist, die die Lebensqualität von CF Patienten in klinischen Studien
untersuchten. Zuerst beschreibt der Artikel den Fortschritt der Forschung sowie die Bedeutung der
klinischen Versuche und erklärt, warum es so wichtig ist, von CF Patienten über den Therapieverlauf
und darüber, welche Auswirkungen die Therapie auf sie hatten, Auskunft zu erhalten. Anschließend
werden jene Methoden zusammengefasst, mit denen die Forscher die Lebensqualität auf Grund der
Aussagen der Patienten gemessen und bewertet haben.
Was ist eine randomisierte
kontrollierte Studie? Forschung ist wie ein Puzzle, wobei
jede Studie einem kleinen Puzzleteilchen entspricht und das Gesamtbild erst ersichtlich ist, wenn
alle Teile zusammengefügt wurden. Es gibt verschiedene Arten von Forschungsstudien und jede einzelne
liefert spezifische Antworten auf die einzelnen Fragen. Wenn es um die Wirksamkeit einer Behandlung
geht, so ist die RCT (engl.: randomized controlled trial) am besten geeignet, da hierbei – wie der
Name schon sagt – Kontrolle und Zufälligkeit eine Rolle spielen.
Bei einem
Kontrollversuch gibt es eine Gruppe, die behandelt wird, und eine Kontrollgruppe. Wenn wir einer
Gruppe von CF Patienten eine neues Antibiotikum geben, und sich nach zwei Wochen ihr Forciertes
Expirationsvolumen in 1 Sekunde (FEV1) verbessert hat und sie weniger husten und das Sputum sich
ebenfalls verringert hat, könnte man glauben, dass das Antibiotikum wirksam war. Aber wir können uns
dessen nicht sicher sein, zumal es andere Gründe für eine Verbesserung der Symptome geben kann. Um
sicher sein zu können, dass die Verbesserung auf die Behandlung zurückzuführen ist, benötigen wir
eine Kontrollgruppe. Diese Gruppe bekommt Tabletten, die kein Antibiotikum enthalten, sondern nur
Placebo sind (dies wird Placebo-Kontrollversuch genannt). Alternativ dazu kann man der
Kontrollgruppe ein bereits bekanntes Antibiotikum geben, wenn es darum geht, das neue und das alte
Medikament miteinander zu vergleichen. In den beiden Gruppen sollten Patienten mit einer möglichst
ähnlichen Form der CF sein, damit die Unterschiede im FEV1 oder andere Thorax-Symptome auf das
Antibiotikum zurückgeführt werden können – da darin der einzige Unterschied zwischen den beiden
Gruppen besteht.
An dieser Stelle kommt der Zufall ins Spiel. Der einzige Weg um sicher zu
sein, dass zwischen den Gruppen keinerlei Unterschiede bestehen, ist, die Patienten den beiden
Gruppen willkürlich zuzuordnen (ähnlich wie beim Münze werfen, nur auf wissenschaftlicher Basis).
Mithilfe von Statistiken werden die RCT ausgewertet um festzustellen, ob es Unterschiede bezüglich
FEV1 und Thorax-Symptomen zwischen der Antibiotika-Gruppe und der Placebo-Gruppe gibt und ob diese
so groß sind, dass sie von klinischer Bedeutung sind. Bei einem Vergleich zwischen zwei Antibiotika
kann festgestellt werden, ob die Wirksamkeit ähnlich ist oder inwiefern sich die Wirkungsweisen
unterscheiden.
Die Qualität von RCT In der
Literatur liest man von guten RCT und weniger guten RCT; manche sind sehr gut dokumentiert, andere
leider schlecht. Dadurch ist es schwierig, diese Forschungsergebnisse zu interpretieren. Vor einigen
Jahren noch war es sehr wahrscheinlich, dass gute Ergebnisse einer RCT veröffentlicht wurden (wenn
z.B. eine Verbesserung in der Lungenfunktion zu verzeichnen war). Einige dieser RCT waren jedoch
bereits in der Planung mangelhaft und die offensichtlich positiven Ergebnisse wurden somit
zweifelhaft. RCT, die zeigten, dass ein Medikament nicht wirksam war, wurden mit großer
Wahrscheinlichkeit nicht veröffentlicht. Dies führte zu einem wahren Publikationszwang und es
entstand der Eindruck, dass alle Behandlungen, die veröffentlicht wurden, erfolgreich waren, aber
dies entsprach nicht ganz der Wirklichkeit und war nur ein Puzzlestück, wohingegen die übrigen Teile
noch fehlten.
Um diese Situation zu verbessern erstellte eine Gruppe von Forschern neue
Richtlinien bezüglich der Dokumentation von RCT. Diese werden als CONSORT Empfehlungen bezeichnet.
Hierin sind alle Aspekte aufgelistet, die Bestandteil der Berichte bilden sollen (http://www.consort-statement.org/revisedstatement.htm).
Viele medizinische Fachzeitschriften verwenden CONSORT um zu entscheiden, ob ein Artikel
veröffentlicht werden soll oder nicht. Sobald ein Artikel die CONSORT Kriterien erfüllt, sollte er
unabhängig von positiven oder negativen Ergebnissen veröffentlicht werden. Somit sind alle
Puzzlestücke vorhanden und die gesamte Information ist für jedermann zugänglich.
Messmethoden CONSORT beinhaltet u.a. auch die
Messmethoden für RCT. Vor einer RCT müssen die Forscher entscheiden, welche Methoden zur Messung der
Wirksamkeit sie verwenden. Was wird gemessen? FEV1? Bakterielle Infektionen? Verschlechterungen im
Atemsystem? Der Ernährungsstatus? Die erwartete Verbesserung im FEV1? Was sind die wichtigsten
Ergebnisse (auch primäre Ergebnisse genannt) und welche die weniger wichtigen (sekundäre
Ergebnisse)? Diese Entscheidungen beeinflussen auch die Teilnehmerzahl an den Versuchen. Außerdem
müssen wir sicher sein, dass die Messungen wirklich das belegen, was sie belegen sollen. Jede
Wirkung der Behandlung, egal ob positiv oder negativ, sollte anhand der Messung festgestellt werden.
Am günstigsten ist es, wenn zwischen verschiedenen Meßmethoden gewählt werden kann. Am häufigsten
werden bei den RCT bei CF die Lungenfunktion (FEV1, FVC), die Verschlechterung bei Thoraxsympotomen,
das Gewicht oder der Body Mass Index (BMI), die Nebenwirkungen und, in letzter Zeit, die
Lebensqualität untersucht.
Warum soll die Lebensqualität in klinischen Versuchen
untersucht werden? Es ist sehr wichtig, für wie wirksam ein Patient
eine bestimmte Behandlung hält. Wir wissen, dass klinische Tests (wie z.B. die Lungenfunktion und
die Art der Infektion) nicht immer mit dem subjektiven Befinden der Patienten übereinstimmen. Darum
können gerade die CF Patienten einen wichtigen Beitrag für die klinische Information leisten. Einige
Behandlungswirkungen (inklusive Nebenwirkungen) können nur die Patienten kennen, da es keine
objektive Methode gibt, diese zu erkennen oder gar zu messen, so z.B. Schmerzen, Müdigkeit oder
Angstgefühle.
Es ist nicht neu, CF-Patienten vor, während oder nach einem Behandlungszyklus
über ihre Symptome und die allgemeinen Auswirkungen der Behandlung zu befragen. In der Praxis fragt
der Arzt auch die allgemeinen Fragen wie „Wie bezeichnen Sie ihren Husten?†“Können Sie nachts ruhig
schlafen?†“Sind Sie in der Lage, zu arbeiten?†Diese Fragen helfen im allgemeinen dem Arzt, die
geeignetste Behandlung für den jeweiligen Patienten auszuwählen. Die Messung der Lebensqualität
(anhand von Fragebögen und dem Interview) ist eine formale Methode um festzustellen, inwiefern eine
Behandlung die unterschiedlichen Aspekte des Lebens (z.B. Thoraxsymptome, Schule/Arbeit, soziales
Leben, Selbstwertgefühl, körperliches Befinden, wie glücklich und energiegeladen sie sich fühlen)
beeinflusst. Jeder negative Effekt einer Behandlung kann sich nachteilig auf die Lebensqualität
auswirken.
Es gibt drei Arten von Lebensqualität-Fragebögen, die in der CF Forschung
angewandt werden. 1. allgemeine Fragebögen, die für jede Krankheit verwendet werden können, 2.
Fragebögen speziell für Krankheiten im Thorax-Bereich und 3. gibt es nun speziell für die
Lebensqualität von CF-Patienten entwickelte Fragebögen. Diese letzten sind besonders gut für RCT
geeignet, da sie die entscheidenden Informationen liefern.
Bis vor kurzem wurde die
Lebensqualität als sekundäres Ergebnis der RCT behandelt, da das Hauptaugenmerk auf den primären
Ergebnissen – zumeist der Lungenfunktion – lag. In einigen Studien werden jedoch die Ergebnisse der
Lebensqualität in den Vordergrund gestellt. Zwei unterschiedliche Behandlungen können in gleicher
Weise die Lungenfunktion verbessern, wobei die eine Behandlung jedoch eine höhere Lebensqualität für
die Patienten beinhalten kann, als die andere. Diese Information ist im Umgang mit CF aber gerade so
wichtig.
Systematische Bewertungsmethoden
Eine systematische Bewertung ist eine Forschungsstudie, die systematisch alle Veröffentlichungen
zu einem bestimmten Thema zusammenfasst, dies ist wie die Beschreibung eines Puzzlestücks. Wir haben
beschlossen, eine systematische Bewertung von RCT in CF durchzuführen, deren Gegenstand die
Untersuchung der Lebensqualität war. Wir durchsuchten Computer-Datenbanken auf Veröffentlichungen
ab, die in Englisch verfasst waren und die ausschließlich über RCT bei CF Patienten berichteten. Ein
weiteres Kriterium war, dass die Studien die Lebensqualität der Patienten als wesentlichen
Bestandteil behandelten. Für jeden RCT mussten folgende Faktoren untersucht werden: - Der Zweck der Untersuchung;
- Die Prinzipien der Messung der
Lebensqualität;
- Die Art des Fragebogens für die Messung der
Lebensqualität;
- Die Teilnehmer der Untersuchung;
- Die Verbindung der
medizinischen Ergebnisse und die der Lebensqualität;
- Die Gültigkeit der
Schlussfolgerungen.
Ergebnisse Wir fanden 16
Studien. Die Behandlungen teilten sich folgendermaßen auf: Antibiotika (5 Studien), Steroide (1
Studie), mucolytisce Therapien (6 Studien), Übungen (3 Studien) und pankreatische Enzyme (1 Studie).
In Tabelle 1 findet man eine Kurzbeschreibung sowie die Schlussfolgerungen der Verfasser
hinsichtlich der medizinischen Ergebnisse und die der Lebensqualität.
Bei der Durchführung
der Studien ist es wichtig zu wissen, warum die Lebensqualität gemessen wird und aus welchem Grund
dies die Behandlung beeinflussen kann. Lediglich 4 Studien verfügten über einen Schlüssel zur
Messung der Lebensqualität und nur 4 Studien rechtfertigten ihre Messmethode.
Sechs Studien
wurden an Kindern durchgeführt, 4 an Erwachsenen und sechs sowohl an Kindern als auch an
Erwachsenen. Nur eine Studie untersuchte primär die Lebensqualität. Dabei wurde die Verabreichung
von Antibiotika zu Hause und im Krankenhaus miteinander verglichen. In dieser Situation, wo die
Patienten die Verabreichung zu Hause bevorzugen, ist es wichtig zu betonen, dass nicht die
Wirksamkeit, sondern das Befinden untersucht wurde.
Wenige Untersuchungen lieferten genug
Information, um verstehen zu können, inwiefern die Lebensqualität beeinflusst wurde oder in welchem
Zusammenhang die medizinischen Ergebnisse mit der Lebensqualität standen. Die meisten Verfasser
präsentierten definitive Aussagen über die Lebensqualität, aber kein RCT lieferte genug Daten, um
diese Aussagen zu stützen.
Schlussfolgerung Eine gute RCT
liefert den Ärzten wichtige Informationen und trägt zur so genannten “beweisbasierten Medizin†bei.
Die Qualität dieser Beweise hängt von der Qualität der RCT und der Studie ab. Es reicht nicht zu
wissen, dass eine Behandlung die Lebensqualität beeinflusst – die Ärzte müssen die Ursachen für
diese Effekte kennen. Es ist z.B. vorteilhaft, dass zu Beginn der RCT (also vor der Behandlung) die
Ziele für die Lebensqualität beschrieben werden und am Ende der Studie. Es gibt noch andere
Faktoren, die die Qualität der Daten beeinflussen, wenn z.B. Versuchsteilnehmer ausscheiden und
dadurch die Daten verloren gehen. Je vollständiger die Ergebnisse sind, desto zuverlässiger ist die
gesamte Studie. Auch diese Problematik sollte beschrieben und dokumentiert werden.
Unser
Bericht zeigt, dass es viele Fallen bei der Messung der Lebensqualität in CF Studien gibt und
liefert zugleich konstruktive Information hinsichtlich der Lebensqualität in der Planung von Studien
und der Erstellung der Berichte. Wir hoffen, dass es dazu beiträgt, alle Teile des Puzzles zusammen
zu fügen. Als Teil des EuroCareCF Projekt (Klinische Forschung – Arbeitspackage 3) wurde eine eigene
Gruppe zusammengestellt, die sich eigens damit auseinandersetzt, wie die Aussagen von CF
Patienten am besten als Bestandteil der klinischen Studien integriert werden. Für weitere
Informationen besuchen Sie bitte die Internetseite: http://www.eurocarecf.eu. Tabelle 1 Zusammenfassung der Schlussfolgerungen der Autoren von RCT, die die
Lebensqualität maßen | Kurzbeschreibung |
Die Hauptschlussfolgerung des
Autors | Schlussfolgerung des Autors hinsichtlich der Auswirkungen auf die Lebensqualität
| | ANTIBIOTIKA | | |
| Tobramycin gegen Placebo | Tobramaycin verbesserte die Lungenfunktion |
Tobramycin verbesserte die Lebensqualität |
| Azithromycin gegen Placebo | Azithromycin verbesserte die Lungenfunktion |
Lebensqualität aller Gruppen ähnlich |
| Azithromycin gegen Placebo | Azithromycin verbesserte die Lungenfunktion |
Azithromycin verbesserte alle Aspekte des Wohlbefindens |
| Azithromycin gegen Placebo | Azithromycin verbesserte die Lungenfunktion und
das Gewicht, hat allerdings mehrere Nebenwirkungen. | Azithromycin verbesserte nur
Körperfunktionen | | Antibiotika zu Hause gegen
Krankenhaus | Keine medizinischen Kompromisse in der Heimtherapie |
Zu Hause ist die Müdigkeit größer, positive Auswirkungen auf die Persönlichkeit, die Familie,
Schlaf- und Essverhalten | | STEROIDE |
| |
| Corticosteroide gegen Placebo | Keine Verbesserung |
Keine Verbesserung des Wohlbefindens | | MUCOLYTISCHE THERAPIEN | | | | DNase gegen Placebo |
DNase verbesserte FEV1 | DNase verbesserte nicht den allgemeinen Zustand, aber
einzelne Symptome | | DNase gegen Placebo |
DNase verbesserte die Lungenfunktion | DNase besserte Atemnot und
Wohlbefinden | | DNase gegen Placebo | DNase
verbesserte die Lungenfunktion | DNase verbesserte das Wohlbefinden |
| DNase gegen Placebo | Keine Verbesserung |
Keiner Verbesserung des Wohlbefindens | Täglich gegen
jeden zweiten Tag DNase gegen Salzlösung | Tägliche Behandlung für
Lungenfunktion besser als Salzlösung | Keine Verbesserung |
| Normale oder hypertonische Salzlösung | Hypertonic saline improved
| An improvement, but inconclusive results |
| ÜBUNG | | | | Aerobic-Übungen oder Gewichttraining
oder Standard-Übungen | Aerobic Training verbesserte die Fitness. Gewichttraining
verbesserte das Gewicht, die Lungenfunktion und die Kraft in den Beinen. | Aerobic
Training verbesserte die Lebensqualität
| | Anaerobisches
Training gegen normale Aktivität | Training verbesserte die Leistung |
Training verbesserte die Lebensqualität | | Aerobic
gegen Oberkörperkrafttraining | Krafttraining und Aerobic können den Oberkörper
stärken und die Arbeitsleistung steigern | Keine Verbesserung |
| PANKREATISCHE ENZYME | |
| | 4 gegen 1 Kapsel
täglich | Kein Unterschied | Keine Steigerung des
Wohlbefindens |
 Die Originalstudie kann online eingesehen werden:
Abbott J, Hart A. (2005). Measuring and reporting quality of life outcomes in clinical trials in
cystic fibrosis: a critical review. Health and Quality of Life Outcomes;3;19. http://www.hqlo.com/contents/3/1/19
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