Ein Leben mit Zystischer Fibrose (ZF) oder Mukoviszidose bedeutet einen nicht enden wollenden Kampf um freie Atemwege zur Erleichterung der Atmung. Neben Medikamenten sowie Techniken oder Spezialgeräten der Atemtherapie, die für vorübergehende Besserung sorgen, gibt es aber auch eine Reihe von Möglichkeiten, wie Sie selbst aktiv mithelfen können, Atembeschwerden einzudämmen, z.B. durch die Reduzierung von Reizstoffen in Ihrer Wohnung.
Denn in Ihrer Wohnung befinden sich dutzende von Reizstoffen, die die Atemwege belasten und lästige Kurzatmigkeit hervorrufen können. Mit ein paar kleinen Änderungen in Ihrer Wohnung, Ihren Gewohnheiten und hinsichtlich der Gebrauchsgegenstände in Ihrer Wohnung können Sie Ihre Atembeschwerden deutlich reduzieren.
Vermeiden Sie Spraydosen
Die Verwendung von Spraydosen kann bei ZF-Patienten akute Atemnot verursachen. Denn Spraydosen setzen aggressive, die Atemwege und Lungen belastende Chemikalien in der Luft frei. Diese Chemikalien verbinden sich mit Staubpartikeln in der Luft und gelangen auf diese Weise beim Einatmen in die Atemwege. Damit sorgen sie für eine zusätzliche Beanspruchung der so genannten Zilien, kleinen Härchen, die die Atemwege auskleiden, und die bereits voll mit der Beseitigung der Schleimüberschüsse in den Atemwegen beschäftigt sind. Deshalb ist es am besten ganz auf Spraydosen zu verzichten. Benutzen Sie stattdessen Ersatzprodukte, die keine Chemikalien versprühen.
Viele Produkte, darunter Haushaltsreiniger, gibt es nicht nur in Form von Spraydosen. So können Sie, um nur ein Beispiel zu nennen, Reinigungstücher anstelle von Spraydosen verwenden. Wenn Sie zur Benutzung von Spraydosen gezwungen sind, warten Sie damit bis Familienmitglieder mit ZF außer Haus sind. Öffnen Sie die Fenster, um diejenigen Zimmer, in denen Spraydosen verwendet wurden, gründlich zu lüften.
Staubwischen und Staubsaugen Sie häufig
Eventuell sammelt sich die Mehrzahl des Hausstaubs in den Teppichen an. Der dort einmal angesiedelte Staub liefert den idealen Nährboden für eine drastische Vermehrung der Hausstaubmilben. Sobald Sie über den Teppich laufen, werden die Staubkörner, Teppichfasern, Hausstaubmilben sowie deren Körperteile und Kot in die Luft gewirbelt. Dort sind sie leicht einzuatmen und können auf diese Weise zu akuten Atembeschwerden führen.
Staubsaugen und Staubwischen Sie dreimal pro Woche, um die Anzahl der Partikel in der Luft zu verringern. Am besten ist ein Staubsauger mit einem HEPA-Filter, da diese Art die wenigsten Partikel wieder zurück in die Luft entlässt. Benutzen Sie beim Staubwischen ein feuchtes Tuch, um den Staub auch tatsächlich einzufangen; denn ein trockenes Tuch schiebt den Staub lediglich hin und her.
Falls Sie als ein ZF-Patient das Staubwischen und Staubsaugen selbst übernehmen müssen, tragen Sie eine Staubmaske, um das Einatmen von Staubpartikeln zu minimieren. Verstauen Sie kleine Gegenstände, wie z.B. Schnickschnack, in Schubläden oder geschlossenen Wandschränken, damit Sie das Staubwischen ohne Unterbrechung erledigen können.
Kochen Sie mit angeschaltetem Gebläse
Jede Art von überhitzten Fetten oder überhitztem Speiseöl kann gesundheitsschädliche Moleküle in der Form von Rauch erzeugen, die, sind sie erst einmal in der Luft, zu Entzündungen der Atemwege führen können. Da sich beim Erhitzen von Öl Blasen bilden, die an der Luft zerplatzen, können die schädlichen Reizstoffe auf diese Weise freigesetzt werden. ZF-Patienten reagieren besonders empfindlich auf diese Art von Reizstoffen. Schalten Sie deshalb beim Kochen jedes Mal das Gebläse Ihres Backofens ein. Wenn möglich sollten die ZF-Patienten einer Familie der Küche während des Kochens fernbleiben.
Waschen oder wechseln Sie Ihren Duschvorhang
Beim Duschen entsteht eine feuchte Atmosphäre, die für das Wachstum biologischer Schadstoffe förderlich ist. Mit jeder Dusche sammeln sich Bakterien und Schimmel am Duschvorhang, die in dieser idealen Umgebung prächtig gedeihen können. Die Sporen dieses Schimmels können während des Duschens an die Luft gelangen. Dadurch können sie leicht eingeatmet und somit zu einer erheblichen Belastung für die Atemwege werden. Überprüfen Sie Ihren Duschvorhang mindestens einmal pro Woche auf Schimmel. Falls Sie kleine schwarze Stellen bemerken, wechseln Sie am besten Ihren Duschvorhang. Natürlich können Sie ihn aber auch abnehmen, mit einem Haushaltsreiniger abschruppen, sorgfältig abspülen, zum Trocknen aufhängen und wieder verwenden.
Überprüfen Sie Ihre Hauspflanzen
Vermeiden Sie das Überwässern Ihrer Hauspflanzen und achten Sie auf Anzeichen von Schimmel auf der Blumenerde. Wenn Sie Schimmel (weißen Flaum) bemerken, topfen Sie Ihre Pflanzen in frische Blumenerde um oder bringen Sie die Blumen unverzüglich ins Freie, da die Sporen leicht an die Luft gelangen können. Dort sind sie leicht einzuatmen, und können auf diese Art und Weise zu akuten Atembeschwerden führen. Erledigen Sie daher das Umtopfen auf alle Fälle im Freien und stellen Sie sicher, dass Sie die gesamte, mit Schimmel befallene Blumenerde entsorgen.
Waschen Sie Ihre Vorhänge oder tauschen Sie diese gegen Jalousien aus
Vorhänge sind ebenso wie Teppiche Anziehungspunkte für Staub. Beim Auf- oder Zuziehen von Vorhängen werden jedes Mal Staubpartikel in die Luft freigesetzt, die dann durch das Einatmen eine Reizung der Atemwege verursachen können. Ersetzen Sie, wenn möglich, die Vorhänge mit Fensterläden oder Jalousien aus Plastik oder einem anderem leicht abwaschbarem Material, damit Sie diese leicht reinigen können. Falls Sie gezwungen sind, Vorhänge zu verwenden, waschen Sie diese einmal pro Woche mit heißem Wasser. Jalousien und Fensterläden sollten jede Woche mit einem feuchten Lappen abgestaubt werden. Für ein zügiges und gründliches Reinigen ist es ratsam, die Jalousien ganz in eine Richtung zu schließen und dann abzuwischen; danach drehen Sie die Jalousien einfach in die andere Richtung und wischen die andere Seite ab.
Vermeiden Sie Heizgeräte
Kerosin und Heizgeräte produzieren Stickstoffdioxid, das Ihre Augen, Nase und Ihren Hals reizen und dadurch Atemnot verursachen kann, ganz besonders bei ZF-Patienten. Wenn Sie Kerosin oder Heizgeräte benutzen, folgen Sie bei der Einstellung zu allen Zeiten den Anweisungen des Herstellers und öffnen Sie ein Fenster oder schalten Sie einen Ventilator an, um jegliche Abgase rasch zu entlüften. Installieren Sie zur Sicherheit einen Kohlenmonoxidmelder.
Ersetzen Sie Ihren alten Teppich
Wahrscheinlich sind Teppiche die anfälligsten Objekte in der Wohnung eines ZF-Patienten, da sie Partikel sammeln und diese in der Luft verteilen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Fasern durch die Abnutzung des Teppichs abbrechen und an die Luft gelangen. Sobald diese Fasern, die mit Chemikalien beschichtet sind, dort angekommen sind, können sie in die Heizungsanlage eindringen und dort auf den heißen Flächen des Ofenkessels verbrennen. Dieses Verbrennen der Teppichfasern verursacht giftige Gase, die danach wiederum in die Luft der Wohnung geblasen werden.
Das Alter eines Teppichs kann einen dramatischen Einfluss auf die Atmung eines ZF-Patienten haben. Wenn Sie in Ihrer Wohnung einen Teppich haben, denken Sie darüber nach, ihn mit einem anderen Belag zu ersetzen oder benutzen Sie Läufer und andere kleine Teppiche, die oft gewaschen werden können. Für weitere Tipps, wie Sie Reizstoffe in Ihrer Wohnung vermeiden können, besuchen Sie bitte: http://lungdiseases.about.com Dort finden Sie auch den kostenlosen Email-Kurs: "How to Reduce Respiratory Irritants in Your Home". („Wie Sie Reizstoffe der Lunge in Ihrer Wohnung reduzieren können“)
Stacey Lloyd ist die Expertin für Lungenkrankheiten („Lung Diseases Guide“) für www.About.com. Sie hat zahlreiche Artikel über die Gesundheit der Atemwege und zur Luftqualität verfasst. Stacey besitzt ein M.S. Diplom in Qualitätskontrolle und Regulatory Affairs von der Temple University School of Pharmacy, und hat über sechs Jahre in der Pharmaindustrie bei der Qualitätskontrolle für Mikrobiologie im Bereich Laborverwaltung gearbeitet. Ihre Email-Adresse lautet: Stacey@staceylloyd.com
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