Author


Marion E. Broome, RN, PHD, FAAN

Translator
Manuela Junghans

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January 15, 2007

Entspannung, Vorstellungskraft und Ablenkung


Relaxation
Schmerzen zu ertragen ist sehr schwer. Es gibt jedoch vielerlei Medikamente, die zur Schmerzlinderung verabreicht werden können. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt über Schmerzmittel. Zusätzlich zur Einnahme von Medikamenten, gibt es jedoch auch noch einige andere Möglichkeiten, um mit Schmerzen umzugehen. Drei davon wollen wir hier vorstellen:

1.) Entspannung verspannter Muskeln.
2.) Selbstablenkung während einer schmerzhaften Behandlung.
3.) Zuhilfenahme der Vorstellungskraft, um während schmerzhafter Phasen an etwas Schönes zu denken.

Entspannung

Die erlernten Entspannungsübungen festigst du am besten, indem du sie eine Woche lang jeden Abend konsequent durchführst. Diese Übungsphasen sollten nicht mehr als 15-20 Minuten täglich in Anspruch nehmen. Falls dir eine schmerzhafte Behandlung bevorsteht, führst du die Übungen an den drei Abenden davor durch. Wenn du damit beginnst, sieh zu, dass du 15-30 Minuten vor Beginn der Übungen zur Ruhe kommst. Du könntest z.B. ein Bad nehmen, ein Buch lesen oder eine andere ruhige Tätigkeit durchführen. Die Entspannungsübungen erlernst du am besten in einer relativ ruhigen Umgebung oder einem ruhigen Raum, bei angenehmem Licht und der richtigen Temperatur. Es sollte weder zu kalt noch zu warm sein. Du solltest dich in einer bequemen Position befinden.

Das für die Entspannung vorgesehene Tonband ist ca. 15 Minuten lang und beinhaltet Anweisungen zum Zusammenziehen (Anspannen) und anschließenden Loslassen (Entspannen) verschiedener Muskelgruppen, beginnend am Kopf und endend in den Zehen. Im Laufe der ersten Woche, während der du deine Übungen regelmäßig durchführst, wirst du feststellen, dass du immer mehr und größere Gruppen von Muskeln gleichzeitig entspannen kannst.

Atmung

Die Vorteile der Anwendung von Atemmustern liegen hauptsächlich in der Ablenkung sowie einer gesteigerten Entspannung. Zur Durchführung der Atemübungen musst du dich konzentrieren und hast daher weniger Aufmerksamkeit zur Verfügung, um an die Schmerzen zu denken. Du musst dir die Übungen eventuell von einem Erwachsenen zeigen lassen. Manchmal wirst du vielleicht ängstlich wenn du Schmerzen empfindest und brauchst Hilfe, um dich an die Techniken zu erinnern.

Es gibt zwei Arten von Atmungen die du üben musst und während schmerzhafter Behandlungen anwenden kannst. Eine davon ist die rhythmische tiefe Brustatmung und die andere eine nach einem bestimmten Schema verlaufende Übung zum flacheren Atmen. Auch das solltest du eine Woche lange jeden Abend üben, bist du die Techniken beherrscht und diese dann an den drei Abenden vor der Behandlung durchführen.

Rhythmische tiefe Brustatmung -  Diese Atmung wird während der Entspannungs- sowie der Übungen zur Vorstellungskraft angewandt. Dabei atmet man langsam, lange und tief durch die Nase (oder falls du jung bist oder eine Erkältung hast, durch den Mund) ein und durch den Mund wieder aus. Diese Atmung ist zur Entspannung gedacht. Deshalb solltest du darauf achten, die Luft nicht anzuhalten, zu tief ein- oder rasch auszuatmen. Denk bei jeder Ausatmung daran dich zu entspannen und „die gesamte Anspannung“ herauszulassen. Bei jüngeren Kindern ist es möglicherweise besser, das Atmen mit dem „Ausblasen von Kerzen” zu assoziieren und ihnen beizubringen, „genügend Luft einzuatmen, um davonzutreiben“.

Einige Eltern stellen fest, dass sie die Aufmerksamkeit ihres Kindes während der Atemübungen besser aufrechterhalten können, wenn sie ihre Hand dabei als unterstützende Maßnahme einsetzen. So können Sie z.B. Ihre Hand langsam anheben, wenn Sie ihr Kind zum Einatmen animieren wollen und sie wieder senken, um das Signal zum Ausatmen zu geben.

Schematisch festgelegte flache Atmung – Bei Kindern unter 7 Jahren sollten Sie unter Umständen ihre Hand oder eine Handpuppe, die mit dem Kind „atmet”, als unterstützende Maßnahme einsetzen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines „Bildes der Atmung“, das ein Kind sich merken kann, wie z.B. Tut-Tut-Tut-Tut (in Anlehnung an einen Zug, bei dem der Schaffner bei jedem „Ausatmen” „Tut” sagt).

Diese Atmung setzt sich aus zwei kurzen, flachen Atemzügen zusammen, wobei das Einatmen durch die Nase und das Ausatmen durch den Mund erfolgt. Beim zweiten Atemzug atmet das Kind aus und sagt „Tut“. Diese Technik wird zur Ablenkung während unangenehmer oder schmerzhafter Abschnitte der Behandlung verwendet. Das Schema sowie das Geräusch verleihen der Atmung mehr Komplexität und erfordern eine größere Aufmerksamkeit vom Kind, was dazu führt, dass es sich weniger auf den Schmerz konzentrieren kann.

Vorstellungskraft

Sich Bilder vorzustellen, führt zu einer zusätzlichen Entspannung und verleiht ein Gefühl der Sicherheit. Dabei wird die Vorstellungskraft Ihres Kindes gefordert. Ihr Kind ruft sich bewusst eine angenehme Szene ins Gedächtnis und verwendet sein Gehör sowie seinen Seh-, Geruchs- und Tastsinn dazu, das Bild lebendiger erscheinen zu lassen. Jedes Kind stellt sich eine einzigartige, ganz spezielle Szene vor. Einige sehr beliebte sind z.B. Parks, Strände, Berge, usw. Wenn das Kind Schmerzen empfindet, verwendet es seine Energie zur Aufrechterhaltung des angenehmen Bildes. Sie als Eltern können für Ihr Kind dabei besonders hilfreich sein. Sie müssen mit Ihrem Kind, besonders wenn es während einer Behandlung beginnt sich anzuspannen, möglicherweise über das Bild sprechen, um es daran zu erinnern, wie es sich anhört, anfühlt oder riecht. Hören Sie sich das Tonband mit den Anweisungen an, um zu lernen, wie die Vorstellungskraft eingesetzt werden kann.


Wärme, Positionierung, Massage und Physiotherapie

Diese Modalitäten der Schmerzlinderung bauen auf der Ermittlung und Verringerung biologischer und körperlicher Faktoren auf, denen die Aufrechterhaltung der Schmerzen zuzuschreiben ist. Die Patienten die sie anwenden, lernen darüberhinaus auch mehr über die richtige Haltung sowie über Körpermechaniken, die der Verringerung der Schmerzen dienen. Diese Strategien werden mit der Ausschüttung von Endorphinen in Verbindung gebracht. Diese Hormone tragen zur Stimulierung von Wegen im Gehirn bei und rufen Gefühle des Wohlbefindens hervor.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass Schmerzen ein bei Mukoviszidose-Patienten auftretendes Problem sind. Wenn man Mukoviszidose-Patienten eine bessere und modernere medizinische Versorgung anbietet, zählen Schmerzen nicht mehr zu den Hauptgründen der Morbidität. Der effektive Einsatz sowohl pharmakologischer als auch nicht pharmakologischer Modalitäten unterstützt die Patienten dabei, mit den mit der Mukoviszidose zusammenhängenden Schmerzen besser zurechtzukommen.

Viel Glück! Du schaffst es!!!

Marion Broome ist Dekanin der Indiana University School of Nursing. Sie erwarb einen Doktortitel in Kinder- und Familienentwicklung der Universität Georgia und ist Forschungsbeauftragte der American Academy of Nursing (AAN), für die sie als Chefredakteurin von Nursing Outlook, der offiziellen Zeitschrift der AAN, arbeitet. Sie wird von vielen als Expertin und Vorreiterin bei der Erforschung und Durchführung von Kinderpflege betrachtet. Ihre Forschungen zum Schmerzempfinden von Kindern werden seit 1991 von der American Cancer Society und dem NIH (National Institute of Health) gefördert.
 
 

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